Von der Idee zur Umsetzung - Chronik

Seit dem 26. Juni 2000 haben wir die Sonne in Haßberg unter Vertrag: Täglich werden 1500 Liter warmes Wasser mit Solarwärme erzeugt - allerdings nicht stillschweigend! Jedes Kind, das mit seiner Klasse im Schullandheim an der Hohwachter Bucht verweilt, wird in das Projekt " Sonne und Mee(h)r" mit einbezogen!

Experimente, Wettbewerbe sowie Spiele zum Thema Sonnenenergie und zu anderen erneuerbaren Energiequellen sollen die Kinder mit Spaß an die Themen, die ihre Zukunft betreffen, heranführen.
Das Projekt wurde von dem Bildungsverein Geo step by step vor eineinhalb Jahren an die ADS herangetragen und es wurde gemeinsam umgesetzt. Die Betreuung der Anlage und der Schulklassen wird von einer ABM-Kraft, Frau Eva Wrage, gewährleistet. Unterstützt wird sie dabei seit dem 1.8.2000 von Ann-Mari Fricke, der FÖJ-Kraft von Geo step by step e.V. (Freiwilliges Ökologisches Jahr).
Eva Wrage hat ein pädagogisches Begleitkonzept entwickelt, nach dem schon seit geraumer Zeit gearbeitet wird.
Unterstützt wurde das Projekt von einigen Sponsoren. Die Provincial Bank hat Geld- und Sachspenden gestellt und große Teile der Anlage wurden auch von Bingo-Lotto mitgetragen. Weiterhin wurden wir mit Sachspenden von dem toom-Baumarkt unterstützt, mit dessen Hilfe wir unseren solar betriebenen Kräutertrockner bauen konnten.

März 1999
Die Heizölrechnungen für das Schullandheim Haßberg sind unerträglich hoch - ein Grund ist natürlich der Verbrauch, ein anderer die alte Heizungsanlageanlage.
Eine Idee entsteht: Geo step by step e.V. stellt der ADS e.V. die Vorteile einer Solarthermieanlage für das Schullandheim Haßberg vor. Zumindest der Brauchwasserbedarf soll mit Sonnenenergie gedeckt werden. Für die Schülerinnen und Schüler soll die Solarenergienutzung durch anschauliche Experimente begreifbar gemacht werden.

Juni 1999
Die Idee wird umgesetzt: Kostenvoranschläge von Solarfachfirmen werden eingeholt. Antragsunterlagen von der Energiestiftung/Energieagentur besorgt. Weitere Fördermöglichkeiten für das Projekt "Sonne und Mee(h)r" werden gesichtet.
Grundlagen für ein umweltpädagogisches Begleitkonzept liegen vor.

Dezember 1999
Anträge bei Energieagentur und Arbeitsamt (ABM) sind gestellt

Januar 2000
Seit 15. Januar arbeitet Frau Wrage an zwei Tagen im Schullandheim.

März 2000
Mit den Schulklassen werden bereits Experimente durchgeführt, Umweltdetektive schleichen durch das Schullandheim, erfassen den Warmwasserverbrauch und Energiesünder. Der Logo - Wettbewerb läuft.

April 2000
Die Anträge sind bewilligt - der Bau der Solarthermieanlage kann starten

Juni 2000
Erste Erfolge der Detektivarbeit zeichnen sich ab: Der WW-Verbrauch sinkt von durchschnittlich 15 Liter pro Kopf am Tag auf 10 Liter. Am 26. Juni wird die Solaranlage eingeweiht. Auf einer Fläche von 36,9 m² werden bis zu 1500 Liter Wasser von der Sonne erwärmt und damit der Umwelt 710kg Co2 erspart. Gleichzeitig nehmen die ersten drei Schulklassen an dem Solarprojekt teil. Experimente und Unterrichtseinheiten zum Thema Wärmelehre und Solarenergie-Nutzung werden durchgeführt. Jede Schulklasse wird 1,5 - 2 Stunden fachlich betreut. Inhalte und Ziele wurden vorher mit der Physik - Lehrkraft der Klassen abgesprochen und auch so durchgeführt. In einem abschließenden Gespräch mit den Lehrkräften wurde das Projekt noch einmal kritisch betrachtet: Die Form der Durchführung und die Ideen und Experimente wurden als gelungen von Schülern und Lehrern beurteilt. Aus ihrer Sicht wäre es schöner gewesen, wenn die Sonne kräftiger geschienen hätte und "die Eier im Treibhaus" richtig gar geworden wären. Zudem hätte jede Schülerin und jeder Schüler, mit einem Thermometer ausgestattet sein müssen, um aktiv an allen Experimenten teilnehmen zu können. Wir mussten in Kleingruppen von 4-5 Kindern gearbeitet, weil wir nur 6 Thermometer zu Verfügung hatten.

Juli und August 2000
In den Sommerferien sind überwiegend Ferienkinder aus anderen Bundesländern im Schullandheim - hier wurden nur vereinzelt Angebote von uns angenommen.
Seit Anfang August ist auch unsere FÖJ-Kraft, Frau Ann-Mari Fricke, mit in Haßberg tätig und gemeinsam werden neue Experimente ausprobiert, Experimentieranleitungen geschrieben, Material beschafft.

In der Datenerfassung kommen wir nur langsam voran. Seit 1. Juli ist der Wärmemengenzähler (WMZ) an der Solaranlage geeicht - die anderen WMZ sind noch nicht installiert. Uns fällt auf, dass die Nachheizung (konventionelle Ölheizung) immer anspringt, obwohl genug heißes Wasser von der Solaranlage bereitgestellt wird. Die Beobachtung wird Herrn Kühl mitgeteilt. Wir bitten auch Herrn Körfer um Vergleichsdaten, weil wir nicht beurteilen können, ob die Leistung der Anlage zufriedenstellend ist. Leider hat es bisher noch nicht geklappt, Vergleichsdaten zu erhalten. Wir haben auch bei der Fa. Solvis angefragt - auch hier ist immer noch keine Antwort (November 2000) gekommen. Recherchen im Internet sind bisher erfolglos - es gibt viele Daten über Photovoltaikanlagen aber keine über Solarthermie.
Es stellt sich außerdem heraus, dass der gekaufte Datenlogger von der Fa. RESOL, entgegen vorheriger Auskünfte, nicht in der Lage ist, die Daten des WMZs der FA. SOLVIS mit aufzunehmen. Wir kauften diesen Datenlogger, weil laut Aussage der Fa. Körfer, SOLVIS über diese Komponente nicht verfügt und deshalb auf RESOL-Produkte zurückgreift. Ein Anruf bei SOLVIS ergab, dass Herr Körfer nicht von SOLVIS informiert worden war, dass es auch dort einen Datenlogger gibt, der allerdings ebenfalls nur in der Lage ist, Daten der eigenen WMZ aufzunehmen.

September bis November 2000
Herr Kühl hat inzwischen herausgefunden, dass ein hydraulischer Fehler in der Heizungsanlage dafür verantwortlich ist, dass zuwenig warmes Wasser aus den Solarspeichern abgefordert wird. Der Fehler wird gerade behoben. Im Winter werden wir nun leider nicht überprüfen können, ob es nun besser funktioniert.
Inzwischen hat fast jede Schulklasse (mit Ausnahme von 3 Klassen, die ihre Tage schon mit anderen Aktivitäten verplant hatten), die ihren Aufenthalt im Schullandheim gebucht hatte, an unserem Projekt teilgenommen. Der Projektablauf ist an anderer Stelle beschrieben.

November 2000 bis März 2001
Ein typisches "Winterloch" im Schullandheimbetrieb und in der Solarenergie.
Die Sonne scheint nur wenige Stunden am Tag, doch wenn sie einmal durch die Wolken blitzt, werden an den Kollektoren knapp 60°C erreicht.
Eine Weile hatten wir das Gefühl, dass die Kollerktoren von innen beschlagen sind. Herr Kühl hat uns erklärt, dass dies durchaus auftreten kann, aber nach den ersten warmen Sonnentage auch wieder abtrocknet.
Wir beginnen mit dem Bau eines solaren Kräutertrockners.
Ab Mitte März buchen die ersten Klassen das Solarprojekt.

April / Mai 2001
Langsam aber stetig gewinnt die Sonne an Kraft. Nun beobachten wir, ob die Behebung des hydraulischen Fehler in der Heizungsanlage erfolgreich war. Unser Fazit: Es wird jetzt mehr warmes Wasser aus den Speichern der Solaranlage abgefordert.
Unser Kräutertrockner ist soweit fertig und wird am 20. Mai auf dem Gelände des Schullandheimes eigeweiht.
Die ersten Schulklassen in diesem Jahr kochen sich mit der Sonne eine Suppe.

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